Irgendwie hat sich alles gleichzeitig vertraut und neu angefühlt. Ich erinnere mich noch gut an das sonnige Wetter, mit dem mich die Stadt am ersten Tag begrüßt hat. Das hat mir sofort das Gefühl gegeben, dass alles gut wird. Und genau so ist es auch gekommen. Es waren sechs sehr helle, warme, manchmal anstrengende, aber unglaublich spannende Monate meines Lebens.

Gastfamilie

Eines der schönsten Erlebnisse dieses Jahres war mein Leben in einer Gastfamilie. Ich wollte das schon immer als Studentin ausprobieren, und es war sogar noch schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe wirklich großes Glück gehabt, bei Maria und Rainer zu wohnen, die mir so viel beigebracht haben. Ich kann immer noch kaum glauben, dass Menschen, die man vorher gar nicht kannte, so fürsorglich, offen und herzlich sein können.

Copernicus

Ich war total berührt, wie herzlich mich das Copernicus-Team aufgenommen hat. Schon am Tag nach meiner Ankunft bin ich mit Zarina zu einer Veranstaltung in die Botschaft gegangen, wo ich sofort mein Deutsch ausprobieren musste.

Dank Copernicus habe ich mich sehr privilegiert gefühlt, weil ich viele Schwierigkeiten, die ausländische Studierende normalerweise haben, gar nicht erleben musste. Ich wusste immer, dass es Menschen gibt, die mich verstehen und mir helfen können, was ich wirklich sehr geschätzt habe.

Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie mich sofort in ihr Leben aufgenommen haben. Sie haben mich oft eingeladen, mit ihren Freunden auszugehen, Filme zu schauen oder einfach zusammen im Wohnzimmer zu sitzen. Ich erinnere mich besonders gerne daran, wie wir oft zusammen zu Abend gegessen und Eis gegessen haben, danach habe ich mich immer wie das verwöhnteste Kind der Welt gefühlt. Es war auch etwas ganz Besonderes, abends mit Maria zusammenzusitzen, Tee zu trinken, ihr Fragen zu stellen und ihren Geschichten zuzuhören.

Nach dieser Zeit mit ihnen habe ich das Gefühl, dass ich ein besserer Mensch geworden bin. Ich will auch so viele Freunde um mich haben, lernen, anderen mehr zu vertrauen, fürsorglicher sein und ehrliche Unterstützung geben, ohne etwas zurückzuerwarten. Ich bin ihnen unendlich dankbar und wünsche ihnen alles Gute. Ich hoffe sehr, dass wir uns eines Tages wiedersehen!

Ein besonderes Dankeschön geht auch an Norbert, der sich so liebevoll um uns Stipendiatinnen gekümmert und so viel Zeit mit uns verbracht hat. Mindestens einmal im Monat haben wir etwas zusammen unternommen. Ich habe seine ehrliche Unterstützung und sein echtes Interesse sehr geschätzt. Ich möchte auch Frau Rüdiger für die Einladung, ihre Freundlichkeit und die warme Begrüßung bei ihrer Familie herzlich bedanken.

Praktikum

Ich hatte das interessanteste Praktikum, das ich mir nur wünschen konnte. Ich habe an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Uni Hamburg als studentische Hilfskraft gearbeitet. Meine liebe Betreuerin, Frau Levin, hat mir die Möglichkeit gegeben, Teil ihres Projekts und ihrer Forschung zu sein.

Ich habe viele verschiedene Aufgaben wie Datensammlung und Übersetzungen gemacht, aber das spannendste Erlebnis war die Sommerschule, die wir zusammen geplant und durchgeführt haben.

Die Uni Hamburg hat ProfessorInnen aus der Ukraine, Moldau, Deutschland und Kirgisistan eingeladen, um über das Thema „Cybermobbing unter Jugendlichen“ zu sprechen. Das war für mich nicht nur sehr informativ, sondern ich habe dabei auch meine organisatorischen und kommunikativen Fähigkeiten verbessert. Außerdem habe ich viele tolle Menschen aus der Wissenschaft kennengelernt, die mir Mut und Selbstvertrauen gegeben haben. Noch einmal ein großes Dankeschön an Frau Levin, dass ich Teil ihres Teams sein durfte und dass wir auch weiter zusammenarbeiten werden.

Freizeit

Ich hatte das Glück, in Hamburg viele kluge, talentierte und ehrgeizige Menschen kennenzulernen, die jetzt meine Freunde sind. Durch Studierendenorganisationen wie PIASTA und ESN habe ich so viele Studierende aus der ganzen Welt getroffen. Wir haben so viele schöne Dinge zusammen erlebt: Ich bin zum ersten Mal Kanu gefahren, habe zum ersten Mal Dabke getanzt, auf einer Karaoke-Bühne gesungen und unvergessliche Momente erlebt. Danke, meine lieben Freunde, dass ihr immer da wart und mich so oft zum Lachen gebracht habt.

Natürlich war auch die Freundschaft mit Zara und Katja ein sehr wichtiger Teil meines Semesters. Mit ihnen zusammen habe ich mich immer total wohl und entspannt gefühlt. Wir konnten über alles stundenlang reden und einfach wir selbst sein. Ich vermisse euch sehr und freue mich schon darauf,

euch wiederzusehen!

Außerdem hatte ich noch nie in meinem Leben so viel Zeit

nur für mich. Zu Hause war ich immer von Menschen umgeben, aber in diesem Semester habe ich gelernt, mit mir allein zu sein und wirklich zu spüren, was ich will und was ich fühle.

Eines meiner kleinen Rituale war es, abends bei Regen mit Musik in den Kopfhörern einfach meine eigene Gesellschaft zu genießen. Diese Momente haben mir geholfen, mich selbst besser zu verstehen und zu lieben.

Universität

Ich hatte vorher schon ein bisschen Ahnung davon, wie das Studium in Deutschland ist, aber es selbst zu erleben, war ganz anders. Besonders gut hat mir der Campus gefallen. Die Bibliotheken, die Cafés, die Mensen, alles hat so eine besondere Atmosphäre, dass ich dort bis spät in die Nacht bleiben konnte.

Ich fand es auch super, dass man aus so vielen Kursen frei wählen kann. Auch wenn die Vorlesungen oft groß waren und die ProfessorInnen einen manchmal gar nicht bemerkt haben, waren sie trotzdem sehr informativ und einfach ganz anders als das, was ich bisher gewohnt war.

Ich mochte auch das Konzept, dass man selbst für sein Wissen verantwortlich ist und nicht ständig kontrolliert wird.

Ich habe auch meine Sprachkurse total genossen. Sie waren immer voller Lachen und positiver Energie. Ein großes Dankeschön an meine Dozentin, Frau Morick, die mir immer geholfen und all meine Fragen beantwortet hat. Ich mochte ihre ehrliche Offenheit gegenüber internationalen Studierenden, sie hat eine richtig angenehme Atmosphäre im Kurs geschaffen.

Hamburg

Vor Copernicus habe ich nicht viel über Hamburg gewusst und wollte mir keine Erwartungen machen. Jetzt bin ich aber sicher, dass Hamburg eine der schönsten Städte ist, die ich je gesehen habe. Schon am ersten Tag, als ich gesehen habe, wie grün die Stadt ist, wusste ich, dass sie mir gefallen wird. Ich bin oft an der Alster oder im Planten un Blomen spazieren gegangen und habe jedes Mal gestaunt, wie groß und schön die Bäume hier sind.

Aber das Allerschönste an Hamburg sind die Menschen. Es war

für mich total ungewohnt, dass Fremde auf der Straße einfach lächeln oder „Hallo“ sagen. Sie waren immer offen, hilfsbereit und freundlich. Jeden Morgen, wenn ich zur Uni gegangen bin, habe ich dieselben Leute gesehen, die mir oft einen schönen Tag gewünscht haben. Das war eine kleine Geste, die mich immer glücklich gemacht hat und die ich jetzt wirklich vermisse.

Diese sechs Monate waren eine der schönsten, wertvollsten, wichtigsten, aber auch schwierigsten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe. Ich glaube immer noch, dass ich großes Glück habe,

von den freundlichsten Menschen der Welt umgeben zu sein. Meine Zeit bei Copernicus hat mir das nochmals bestätigt.

Ich bin allen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, für ihre Freundlichkeit, Offenheit und Unterstützung sehr dankbar. Durch euch habe ich mich weiterentwickelt und bin reifer, selbstbewusster und stärker geworden. Jetzt weiß ich, dass ich noch viel mehr schaffen kann, aber gleichzeitig gibt

es noch so vieles, das ich lernen und erleben möchte.